29. Juni 2007

Visions in blue

Von SchattenLose.de hat mich ein eher unbekannter Musiktitel von Ultravox erreicht, den ich gerne teilen möchte. Besser bekannt sind Titel wie "Dancing with tears in my eyes", "The Voice, "Vienna" oder "We came to dance".

Die melancholische Heiterkeit und die sich subtil und unerwartend entwickelnde Melodik weisen auf einen kraftvollen Höhepunkt hin, der für mich mehr ermuternd als resignierend wirkt. Für mich ist "Visions in Blue" zu einem Krafttank geworden:

Insight: Steven Coveys Wege zu Interdependenz

Nachdem vor kurzem an dieser Stelle vorgestellt wurde, wie mit den Lehren Steven Coveys die persönliche Unabhängigkeit erhöht werden kann und damit die Grundlage gelegt wird um auch in der Beziehung und Interaktion mit anderen Menschen besser zu werden, handelt dieser Teil davon wie die gemäß Covey genannte "Interdependenz" verbessert werden kann.

Covey versteht darunter jeden Austausch mit anderen Personen.

"Emotional Bank Account":
Unter dem "Emotional Bank Account" oder dem Beziehungskonto versteht Covey eine Sichtweise, die uns helfen soll, dass wir im Umgang mit Menschen respektvoll und partnerschaftlich agieren. Nur wer auch einzahlt, kann auch abheben. Und noch mehr. Beweise ich mich als wertvoller und zuverlässiger Partner, so wird nicht mehr Geben und Nehmen gegeneinander aufgewogen, sondern aus dem Gefühl einer ausgewogenen Beziehung heraus einfach zum Vorteil des jeweils anderen agiert. Wichtige Einzahlungen sind:

- Den anderen verstehen, ihn erstnehmen, zuhören und sich in die Lage des anderen versetzen.
- Auf Kleinigkeiten achten, kleine Gesten und Gefälligkeiten und vor allem eine Kontinuität in der Beziehung führen zu einem positiven und aufgeschlossenen Grundgefühl.
- Verpflichtungen einhalten ist eine weitere wesentliche Eigenschaft, die uns zu einem zuverlässigen und wertvollen Partner machen, auf den man sich verlassen kann.
- Erwartungen klären bedeutet, sich auch darüber bewusst zu sein was die Ziele und Wünsche des Gegenübers in Bezug auf die Beziehung aber auch generell sind. Nur wenn wir auch die Erwartungen des Anderen kennen, können wir ihnen auch bewusst entsprechen. Oder eben auch nicht.
- Persönliche Integrität zeigen führt schließlich zu Vertrauen. Es bedeutet so zu handeln wie man spricht und sich an Werten und Prinzipien zu orientieren. Somit werden wir für andere verlässlich und zu einem gewissen Grad auch berechenbar.
- Sich bei Versäumnissen ehrlich zu entschuldigen zeigt dem Partner wiederum, dass wir Einsicht in mögliches Fehlverhalten zeigen und auch die Verantwortung dafür übernehmen und nicht etwa Entschuldigungen vorschieben, die außerhalb unserer Person liegen.

"Win-Win-Denken":
"Win-Win-Denken" ist eine Grundhaltung, die die Bedürfnisse, Ziele und Verpflichtungen anderer in unser Denken mit einbezieht. Wir machen uns dadurch gewissermaßen nicht nur für unsere Zielerreichung verantwortlich, sondern auch für die unserer Partner. Wir fügen unserem Denken also eine zusätzliche Dimension bei, die als Voraussetzung Kenntnisse über den Anderen, Selbstbewusstsein aber auch Vorstellungsvermögen und Kreativität erfordert.

Covey sieht in der "Win-Win-Haltung" fünf Dimensionen:

1. Charakter
Eigenschaften die für eine Win-Win-Haltung notwendig sind, sind vor allem Integrität, Reife und eine Mentalität der Fülle. Integrität wurde bereits erläutert und ist die wichtigste Voraussetzung. Unter Reife versteht Covey in diesem Zusammenhang eine Ausgewogenheit von Mut und Rücksicht, also eine gewisse intuitive Intelligenz für das Mögliche. Mentalität der Fülle meint eine Grundhaltung, dass für alle genug vorhanden ist, aber auch wie so oft in Beziehungen, dass wir etwas geben können ohne es zu verlieren bzw. dass wir Dinge geben können die für uns einen deutlich geringeren Wert besitzen als für einen möglichen Empfänger. Es ist sogar denkbar eine Grundhaltung nach dem Paradigma "Give away as much as you can" zu haben und über diese Großzügigkeit trotzdem noch mehr zu empfangen.

2. Beziehungen
Ist erstmal auf dem Beziehungskonto gegenseitig viel eingezahlt worden und hat sich Vertrauen entwickelt, so können wir in unseren Beziehungen offen werden und eine neue und höhere Ebene der Partnerschaft erreichen in der die Beziehung und die gegenseitige "Win-Win-Haltung" nicht mehr in Frage gestellt wird. Auch Schwächen zu zeigen und persönliche Ängste und Probleme zu offenbaren führt dann zu einer Stärkung der Beziehung.

3. Vereinbarungen
Um in Beziehungen gemeinsam Ziele zu erreichen ist es notwendig diese gemeinsamen Ziele zu benennen und über Aktivitäten zu deren Erreichung Vereinbarungen zu treffen. Dies beinhaltet auch Wünsche zu äußern oder um Hilfe zu bitten. Es ist hilfreich Vereinbarungen explizit zu treffen um Missverständnissen entgegen zu wirken. Gemeinsame Ziele und Pläne führen zu einer starken gegenseitigen Verpflichtung und die erfolgreiche Bewältigung von gemeinsamen Projekten führt zu einem Gefühl der Gemeinsamkeit und Stärke. Es ist aber deshalb auch darauf zu achten, realistisch in der Zieldefinition und in den Forderungen an uns selbst und unsere Gegenüber zu sein. Wurden erst einmal kleine Projekte gemeinsam erfolgreich bewältigt und ist man eingespielt, so ist dies eine gute Basis sich größeren Vorhaben zu zu wenden.

4. Systeme
Systeme sind die Spielregeln die für das Zusammenleben gelten. In Unternehmen zum Beispiel gibt es eine Unternehmenskultur eine Aufbau- und Ablauforganisation, Verantwortlichkeiten und Unternehmensziele sowie persönliche Zielvorgaben. Der einzelne kann sich typischerweise nur im Rahmen dieser Vorgaben bewegen. Es ist auch denkbar das diese Rahmenbedingungen die Kreativität und Kooperativität hemmen und somit eine effiziente Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen erschweren. Wir müssen uns dieser Rahmenbedingungen bewusst sein und in diesem Rahmen agieren, sofern wir den Rahmen nicht direkt oder indirekt beeinflussen können. Unser Handeln muss also mit unserem Umfeld abgestimmt sein und im Einklang damit stehen. Deshalb müssen wir diese Umgebungsvariablen kennen und in unsere Beziehungsarbeit einbeziehen.

5. Prozesse
Prozesse sind in diesem Zusammenhang die Schritte die zu einer Gemeinsamkeit führen. Es kann vorkommen, dass wir in einem bestimmten Kontext mit einer Person kooperieren in einem anderen aber nicht. Trotzdem können wir partnerschaftlich zusammenarbeiten. Abhängig von den Rollen und den damit verbundenen Zielen. Der erste Schritt zu einer Gemeinsamkeit ist das erkennen der Bedürfnisse bzw. der Herausforderung und das Teilen dieser Erkenntnis. Im zweiten Schritt können dann Schlüsselfragen gemeinsam identifiziert werden für die dann im dritten Schritt Zielszenarien entwickelt werden. Bei den Zielszenarien sollte sich immer die Frage gestellt werden, ob diese für alle Parteien annehmbar sind und in so fern echte Optionen sind. Der letzte Schritt befasst sich dann mit der Entwicklung neuer Optionen und Möglichkeiten im Hinblick auf die Zielerreichung. Durch diese Vorgehensweise kann eine Einigung über den Zielzustand erreicht werden ohne sich frühzeitig in Details darüber zu verlieren wie dieses Ziel erreicht werden soll.

Mitfühlende Kommunikation:
Kommunikation ist der Kern für den Beziehungsaufbau und die Beziehungspflege. Covey legt großen Wert darauf, den anderen zu verstehen und sich in seine Lage versetzen zu können. Auch misst er der Gefühlswelt Wichtigkeit zu. Er empfiehlt uns zunächst zu versuchen den Anderen zu verstehen bevor wir den Anspruch erheben von unserem Gegenüber verstanden zu werden. Auch warnt er davor mit starren und vorgefertigten „Lösungen“ in Gespräche einzusteigen, wo noch keine ausreichende Diagnose stattgefunden hat.

Zum Themenbereich der mitfühlenden Kommunikation gibt Covey aber weniger konkrete Ansätze. Er bleibt hier eher auf der Ebene einer inneren Haltung von Achtsam- und Aufmerksamkeit als dass er konkrete Empfehlungen ausspricht. Was gute Kommunikation ist und was alles schief gehen kann, ist an anderer Stelle besser zu erforschen.

Synergien erzeugen:
Unter dem letzten Schlagwort Synergien erzeugen spricht Covey schließlich unsere Kreativität und Offenheit an. Synergien entstehen seiner Meinung nach, wenn tiefer geschaut wird und nach der „dritten Alternative“ gesucht wird, wo offensichtliche aber oft eben suboptimale Optionen in Vordergrund stehen.

Auch meint er, dass wir Unterschiede akzeptieren sollten und eher die Chancen der Diversität versuchen sollten zu erkennen. Aber auch dieser Teil bewegt sich eher auf der Ebene einer Haltung als dass er konkrete Handlungsempfehlungen ausspricht. Klar ist nur, dass die vorab genannten Aspekte eine wichtige Voraussetzung sind um Synergien zu erreichen.

Die Empfehlungen und Ansätze die Covey im Bereich der Beziehungen gibt sind nicht so ausgereift und konkret wie die Ansätze zum Selbst-Management. Trotzdem können sie als Indikator dienen und vor allem wichtige Haltungen, die Voraussetzungen sind, dokumentieren.

„Das Schärfen der Säge“:
Nicht zu letzt sollte noch erwähnt werden, dass allen nützlichen Tipps Coveys eine allumfassende Idee zugrunde liegt. Nämlich die Erkenntnis, dass wir in einer Welt voller Veränderung und Vielfalt leben, in der es auf der einen Seite die Notwendigkeit auf der anderen Seite aber vor allem auch unglaubliche Möglichkeiten des Lernen gibt. Nur wenn wir immer offen sind für Neues und Anderes können wir uns ständig weiterentwickeln. Deshalb empfiehlt uns Covey ausdrücklich auch Aktivitäten zum „Schärfen der Säge“ fest in unsere Zeitplanung mit einzubeziehen.

Ich habe die Ansätze Coveys Ende der Neunziger Jahre kennen gelernt und für mich sind diese seither ein ständiger Begleiter und beeinflussen mein tägliches Leben positiv.



Insight: Cold Calling vorbereiten

Cold Calling sind für mich alle telefonischen Anbahnungsaktivitäten mit Ansprechpartnern bei potentiellen Kunden, zu denen noch keine Geschäftsbeziehung besteht. Es ist ein in Vertriebskreisen ständig diskutiertes, zeitintensives und oft ungeliebtes Thema. Viele hochbezahlte Vertriebsexperten sehen Cold Calling als wenig effizient an und sind daher der Meinung, dass diese Tätigkeit ausschließlich durch niedriger bezahlte Vetriebsinnendienstmitarbeiter oder evtl. sogar externe Call Center erledigt werden sollte.

Im Folgenden werde ich Ansätze vorstellen, die Cold Calling effizienter und erfolgreicher machen sollen; unabhängig davon wer Cold Calling betreibt. Ich bitte nur zu bedenken, dass Cold Calling häufig der erste Kontakt des initiierenden Unternehmens mit dem potentiellen Kunden ist. Auch werden viele Ansprechpartner gerade durch die Auslagerung auf Call Center heute so häufig kontaktiert, dass es in kürzester Anrufzeit gelingen muss darzustellen, dass auch für den Angerufenen ein potentieller Nutzen möglich ist. Meiner Meinung nach ist Cold Calling die zielgerichtetste Möglichkeit mit Kunden in Kontakt zu kommen, die existiert. Daher glaube ich, dass die Bedeutung von Cold Calling heute von vielen Vertriebsleuten stark unterschätzt wird.

Alle gerade genannten Aspekte gelten gerade auch im Zusammenhang der Bestrebung der Unternehmen mit möglichst hochrangigen Ansprechpartnern frühzeitig in Kontakt zu kommen, also dem sogenannten „Calling High“.

Qualität statt Quantität:
Der Erfolg von Cold Calling Aktivitäten wird häufig nur an der Anzahl der „Completed Calls“ gemessen. Also der Gespräche mit einer angemessenen Kontaktperson. Misst man Cold Calling aber alleine daran, ist der Anrufer bzw. der Verkäufer versucht nur viele Gesprächsversuche zu unternehmen, nicht aber auf die Qualität der Gespräche zu achten. Gerade dies ist aber von unabdingbarer Notwendigkeit. Denn nur durch eine qualitativ hochwertige Ansprache kann überhaupt ein erfolgreiches Gespräch gelingen. Der erste Schritt hin zu sinnvollem und erfolgreichem Cold Calling ist also das Aufgeben von Massen-Callings zugunsten einer qualitativ hochwertigen Ansprache. Ganz klar dass dann nur deutlich weniger Gespräche stattfinden.

Die Qualität entsteht meiner Meinung nach durch eine gute Planung und Vorbereitung der Gespräche. Da insgesamt weniger Gespräche geführt werden ist zusätzlich eine Fokussierung wichtig.

Ein weiteres Erfolgsrezept für erfolgreiches Cold Calling ist Beharrlichkeit. Selten gelingt es bereits im ersten Gespräch das Ziel zu erreichen. Denn die meisten Ansprechpartner sind heute gegenüber einer Ansprache per Telefon abgestumpft und haben häufig die Überzeugung sich nicht mit unbekannten Anrufern intensiv auszutauschen oder gar Termine wahr zu nehmen. Daher ist das Minimumziel für mich immer einen Zeitrahmen für ein Nachgespräch zu vereinbaren. Hat man das zweite oder dritte Gespräch geführt, so ist man für die Kontaktperson kein Fremder mehr und kann seine Ziele viel einfacher erreichen.

Die Fokussierung sollte zwei Kriterien entsprechen. Erstens sollte es sich um eine Zielgruppe handeln die ein vergleichsweise hohes Umsatzpotential und eine realistische Erfolgschance beinhaltet und zweitens sollte die Zielgruppe so gewählt werden, dass eine Vergleichbarkeit gegeben ist und Erkenntnisse aus einem bestimmten Gespräch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf andere Gespräche übertragbar sind.

Wer kein Ziel hat, kann es auch nicht erreichen:
Wie bei allen Aktivitäten, ist es auch beim Cold Calling unerlässlich sich vor der Durchführung klar darüber zu sein, welches Ziel verfolgt werden soll. Folgende Ziele sind möglich:

1. Persönlicher Termin

2. Wissen über den Kunden

a. Qualifizierung des Kunden

b. Richtige Ansprechpartner

c. Bedarfs- bzw. Projektsituation des Kunden

Häufig wird das zweite mögliche Ziel unterschätzt. Beide Ziele erfordern einen komplett unterschiedlichen Ansatz. Während bei dem ersten Ziel versucht werden sollte, nach kurzer Gesprächszeit ein Interesse bei dem Gesprächspartner zu erzeugen und idealerweise bei der ersten tiefergehenden Rückfrage sofort die Frage nach dem Termin zu stellen, kann und sollte ein informatives Gespräch auch deutlich länger dauern.

Richtig vorbereiten:
Ist die Fokussierung also abgeschlossen und das Zielgebiet, das Thema und das Ziel des Gesprächs definiert, sollte nochmals einen Schritt zurückgegangen werden. Ausgehend von dem Wissen über das Thema und über den Kunden sowie über den gewünschten Ansprechpartner, sollte eine angepasste „Story“ entwickelt werden. Diese Story sollte so fundiert wie möglich sein, auch wenn klar ist, dass es sich so lange das Gespräch nicht geführt wurde, nur um eine Hypothese handeln kann. Daher sollte eine Analysephase eingelegt werden. Hilfreich können in diesem Zusammenhang Unternehmensveröffentlichungen wie z. B. Geschäftsberichte und die Web-Präsenz sein, auch lässt sich über die Personen häufig etwas im Internet finden. Im Idealfall bezieht sich die Story auf Informationen die in direktem Zusammenhang mit recherchierten Informationen stehen. Hilfreich kann es aber auch sein Informationen über vergleichbare Unternehmen zu sammeln bzw. Erkenntnisse von existenten Referenzkunden mit einfließen zu lassen.

Steht die Story, so sollte der richtige Ansprechpartner identifiziert werden und Fragen vor dem Gespräch formuliert werden die auf die vermutete „Pain“ des Ansprechpartners Bezug nehmen. Die Pain ist der potentielle Bedarf des Kunden, den er bereits kennt oder auch nicht. Durch Fragen die auf die Pain abzielen, kann somit der Nutzen des angebotenen Themas aufgezeigt werden. Typischerweise können aber nur zwei bis drei Fragen in einem Gespräch gestellt werden. Ist hier kein „Treffer“ dabei so läuft das Gespräch Gefahr zu versanden. Daher ist es sinnvoll zunächst mit Fragen zu starten die eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit haben, dass die Antwort ein Ja ist. Ist einmal ein Gesprächsfluss entstanden, so erneuert sich das Fragenkonto. Vor dem Gespräch sollte also ein Repertoire von Ja-Fragen und Pain-Fragen vorhanden sein, sowie eine Hypothese über den Bedarf des Kunden inkl. der Argumentationskette des Nutzens des angebotenen Themas (Story). Die Pains und die Story ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für unterschiedliche Typen von Ansprechpartner unterschiedlich und zielt auf unterschiedliche Aspekte ab oder variiert auch nur in der Wortwahl. Die Vorbereitung für einen Call kann durchaus zwei Stunden oder länger dauern, auch und gerade wenn bereits zahlreiche Vorinformationen vorliegen.

Soviel zur Vorbereitung von Cold Calling Aktivitäten. Jetzt muss sich der Verkäufer nur noch in einen ressourcenreichen Zustand bringen und den Hörer in die Hand nehmen. Einige Tipps für das eigentliche Telefonat folgen hier in Kürze.

Bio: Steve Jobs erzählt drei Geschichten in Stanford

Im Rahmen einer Rede an der Standord University erzählt Steve Jobs, der Gründer von Apple drei tiefgründige Geschichten über drei Wendepunkte in seinem Leben.

Studienabbruch und Gründung von Apple:
Steve Jobs ist ein Adoptivkind und wurde mit dem Versprechen einmal zu studieren an seine Adoptiveltern abgegeben. Er beginnt auch das Studium, stellt dann aber fest, dass die Kosten des Studiums seinem Nutzen nicht entsprechen und beschließt den geordneten Studienablauf aufzugeben und nur sporadisch Vorlesungen zu hören, die ihn auch wirklich interessieren. Darunter auch ein Kurs über Kaligraphie. Später wird dies ein Wissensbereich, der dazu führt, dass der erste Macintosh-Computer in diesem Bereich wegweisend ist.

Die Lehre die Jobs daraus zieht ist, dass sich das Zusammenspiel der "dots" im vorhinein nicht bestimmen lässt. Erst im Nachhinein erkennt man den Sinn. Daher sollte man auf sein Gefühl vertrauen und auch Dinge in Angriff nehmen, deren Sinn nicht im vorhinein erkennbar ist.

Kündigung bei Apple im Alter von 30 Jahren:
Nachdem sich Apple unter seiner Führung innerhalb von 10 Jahren zu einem erfolgreichen Großunternehmen entwickelt hatte, wurde er, der Gründer, im Alter von 30 Jahren als CEO gefeuert, da es Unstimmigkeiten bezüglich der weiteren Strategie des Unternehmens gab. Damit hatte er auf einen Schlag den Sinn seines bisherigen Lebens verloren.

Nach einigen Monaten der Trauer, stellte sich bei Jobs aber wieder Zuversicht ein. Er erkannte, dass er seinen Beruf nach wie vor liebte und dass er jetzt sogar von der schweren Bürde des "Erfolgreich-sein-müssens" befreit sei und somit ganz unbeschwert von vorne beginnen konnte. Auch wenn die Kündigung bei Apple "bittere Medizin" gewesen sei, ist Jobs heute der Überzeugung, dass dies das beste für ihn gewesen sei. Denn nur dadurch konnte er sich auf sich und seine Leidenschaft und Liebe zurückbesinnen. Beruflich wie privat. Er gründete Pixar und NEXT und lernte seine jetzige Frau kennen.

Er empfiehlt also niemals aufzuhören Erfüllung und Glück zu suchen. Wenn es gefunden sei, würde das Herz dies merken.

Krebsdiagnose: im Angesicht des Todes:
Bereits seit vielen Jahren hatte das Sprichwort: "Lebe jeden Tag so, als wäre es Dein Letzter", Bedeutung für Steve Jobs. Er fügt sogar die Ergänzung an "Eines Tages wirst Du damit Recht haben". Diese latente Erkenntnis sollte dann eines Tages für Jobs grausame und spürbare Wirklichkeit werden. Denn er erhält die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auch gehen die Ärzte zunächst von einer sehr aggressiven Form aus, bei der die Überlebenschancen verschwindend gering sind. Später allerdings stellt sich heraus, dass es sich doch um eine zwar sehr seltene, aber eben doch operable Form handelte. Seit der Operation ist Steve Jobs wieder außer unmittelbarer Lebensgefahr.

Dieses Erlebnis hat ihn zu der Erkenntnis geführt, dass unsere Zeit limitiert ist und wir diese nicht verschwenden sollten das Leben von Anderen zu leben. Vor dem Hintergrund der Endlichkeit des Lebens relativiert sich manches, aber mit dem inneren Motor ausgerüstet, der uns die richtige Richtung geben kann, können wir uns selbst verwirklichen und glücklich sein - im Moment.

Er schließt seine Rede ab mit den Worten: "Stay hungry. Stay foolish."




Link: http://news-service.stanford.edu/news/2005/june15/jobs-061505.html

Insight: Steven Coveys Wege zur Unabhängigkeit

Steven R. Covey ist ein Bestseller-Autor und Trainer im Bereich Zeit- und Selbstmanagement. Er bezeichnet seine in dem Buch "Die sieben Wege zur Effektivität" vorgestellte Methodik für Selbstmanagement als vierte Generation des Zeitmanagements. Und tatsächlich gehen seine Ratgeber über einfaches ToDo-Listen- und Kalender-Management hinaus. Neben den Büchern werden durch die Firma von Steven R. Covey und Benjamin Franklin auch die unterstützende Software PlanPlus und Papierplanungswerkzeuge vertrieben. PlanPlus gibt es als Standalone-Lösung oder als Plugin für Microsoft Outlook. Eine Testversion ist über den Online-Shop erhältlich.

Der Kern von Coveys Lehren besteht in dem Ziel ein "prinzipienorientiertes" Leben zu führen. Somit besteht der wesentliche Teil im Buch der Entwicklung eines "Inneren Kompasses" der es Menschen dann ermöglichen soll, entsprechend Ihrer Prinzipien, Werte, Zielsetzungen und Beziehungen ein sinnvolles Leben zu führen und Entscheidungen entsprechend ihrer tatsächlichen Vorstellungen treffen zu können.

"Zwischen Reiz und Reaktion liegt Zeit":
Die erste Lektion informiert uns darüber, dass wir nur selbstverantwortlich handeln können, wenn wir uns auch alltägliche Entscheidungen bewusst machen und die Zeit zwischen einem äußeren Reiz und unserer selbstgewählten Reaktion nutzen. Wir müssen Anforderungen von außen nicht sofort und immer entsprechen, sondern können selbst darüber entscheiden. Durch diese Entkopplung von Reiz und Reaktion können wir zu pro-aktivem und zielgerichtetem Handeln gelangen.

"Circle of Influence":
Viele Menschen beschäftigen sich einen Großteil des Tages mit Dingen die zwar interessant sind, die sie aber nicht beeinflussen können. Daher macht es Sinn sich seinen persönlichen Einflussbereich ("Circle of Influence") bewusst zu machen. Haben wir diesen erst einmal kennen gelernt, können wir auch daran arbeiten unseren Einflussbereich zu vergrößern. Wenn wir zu viel Zeit darauf verwenden uns mit Dingen zu beschäftigen, die wir nicht beeinflussen können, sind wir nicht effektiv.

"Begin with the end in mind":
Häufig sind wir von einer Sache so beseelt, dass wir sofort damit beginnen möchten etwas zu tun oder wir werden von außen getrieben zu handeln. Covey empfiehlt uns jede unserer geplanten Handlungen in einen Zielkontext zu setzen. Dies wirkt motivierend aber auch beruhigend, denn wenn wir ein Ziel und einen Plan zur Erreichung des Ziels haben, können wir effizient und stressfrei daran arbeiten. Die Methode des "look forward and plan back" beginnt mit dem Ziel und lässt uns dann rückwärts planen, bis wir zum ersten Schritt zur Erreichung unseres Ziels gelangen. Diesen Prozess des Planens nennt Covey "the first creation". Aus seiner Sicht ist er am entscheidendsten, denn die Umsetzung, also die "second creation" ist dann nur noch ein abarbeiten des Plans. Das heißt nicht, dass ein einmal aufgestellter Plan unumstößlich ist, es heißt vorallem, dass die Tätigkeiten "Planen" und "Umsetzen" getrennt werden und bei größeren Vorhaben iterativ durchlaufen werden.

"Eine Lebensaussage haben":
Covey empfiehlt jedem Menschen eine persönliche "Mission" (Lebensaussage) zu formulieren, die dann als Wegweiser für Zieldefinition und Entscheidungen dienen soll. Als Kreativitätstechnik zur Formulierung einer Lebensaussage empfiehlt er uns unsere eigenen Beerdigung vorzustellen und dann die Trauerrede für uns so zu formulieren wie wir sie gerne hören möchten. Er empfiehlt hier auch alle Aspekte unseres Lebens miteinfließen zu lassen. Bei den meisten Menschen wird in diesem Kontext der berufliche Aspekt vermutlich im Verhältnis zu unserer täglichen Fokus zurückstecken. Das heißt alle im Moment auch noch so wichtig erscheinenden Dinge können sich relativieren.
Als nächsten Schritt sollten wir uns bewusst machen, welche Werte und Prinzipien wir im Leben haben. Die Werte und Prinzipien können uns dann im Planungs- und Entscheidungsprozess helfen uns selbst treu zu sein.

"First things first":
Vermutlich werden wir jetzt eher noch mehr Aufgaben identifizieren, als wir dies bereits vor dem Planungsprozess getan haben. Allerdings stehen die möglichen Aktivitäten jetzt bereits in einem Lebenskontext. Als nächsten Schritt kann jetzt also unmittelbar begonnen werden die identifizierten Aktivitäten zu planen. Ein nützliches Werkzeug um notwendige und mögliche Aktivitäten einzuordnen ist das "Vier-Quadranten-Modell". Hierbei unterscheidet Covey zwischen zwei Dimensionen bezüglich derer jede Aktivität eingeordnet werden kann. Die eine Dimension ist die Wichtigkeit und die andere die Dringlichkeit.

Wichtige Tätigkeiten die auch dringend sind finden sich im ersten Quadranten, diese sollten mit höchster Priorität behandelt werden und entsprechen zu erst eingeplant werden.

Interessant sind aber vor allem die Tätigkeiten des zweiten Quadranten, diese sind wichtig aber nicht dringend. Mit fortschreitendem Prozess sollte es uns gelingen immer mehr in diesem Quadranten zu agieren. Also wichtige Dinge zu tun bevor sie dringend werden. Diesen Quadranten bezeichnet Covey als Quadrant des Wachstums. Er beinhaltet zum Beispiel auch Tätigkeiten des Lernens und des Ausruhens oder der sportlichen Betätigung.

Die Aktivitäten des dritten Quadranten sind nicht wichtig aber dringend. Für diese Aktivitäten sollten wir also wenig Zeit in Anspruch nehmen oder versuchen diese zu delegieren.

Der vierte Quadrant ist der Quadrant der Verschwendung, denn hier befinden sich die Aktivitäten die weder wichtig noch dringend sind. Diese Aktivitäten sollten einfach nicht getan werden. Am Anfang werden wir feststellen, dass wir uns mehr als vermutet in diesem Quadranten verzetteln.

Wenn wir die bisherigen Empfehlungen befolgen können wir einen "persönlichen Sieg" hin zu mehr Unabhängigkeit erreichen. Damit sind wir dann auch in der Lage in Beziehungen als wertvoll empfunden zu werden. Welche Schritte hierbei noch hilfreich sind, folgt dann im zweiten Teil, den ich in Kürze hier zusammenfassen werde.



Tools: FreeMind

FreeMind ist eine Open-Source-Software zur Erstellung von MindMaps und damit kostenlos erhältlich. MindMaps können zur Strukturierung von Sachverhalten genutzt werden. So können beispielsweise Protokolle aus Besprechungen, Zusammenfassungen von Büchern oder auch Projektpläne visuell unterstützt, erstellt werden.

MindMaps sind aber vor allem auch gut als Notizen bzw. Merker für Vorträge und Besprechungen nutzbar. Denn zusätzlich zu den sprachlichen Stichworten kann die visuelle Struktur zu einer flexibleren Orientierung sinnvoll dienen. Auch für andere Lernzwecke sind MindMaps daher hilfreich, denn das Merken von Informationen wird durch visuelle Anker zusätzlich unterstützt.

FreeMind ist kostenlos verfügbar und bietet alle wesentlichen Funktionen die teuere Kauf-Software wie zum Beispiel MindJet MindManager auszeichnen. Auch kann ein Datenautstauch zwischen FreeMind und MindManager erfolgen und somit auch MindManager-MindMaps bearbeitet werden.

Anbei ein Beispiel für verschiedene Darstellungsansätze mit FreeMind:

Informationen und Download: http://freemind.sourceforge.net

News: Lumosity

Lumos Labs hat ein Online-Gehirn-Trainingsprogramm namens “Lumosity” herausgebracht. Durch den Betreiber Lumos Labs wird behauptet, dass die enthaltenen spielerischen Trainingseinheiten die folgenden Fähigkeiten bereits nach wenigen Sitzungen verbessern:

- Aufmerksamkeit

- Gedächtnisleistung

- Verarbeitungsgeschwindigkeit und

- kognitive Kontrolle.

Die Ansätze werden durch Studien gestützt und der Zugang ist “noch” frei. Wir konnten feststellen, dass die Ergebnisse bei den Spielen sich nach weniger Übung stark steigern ließen, ob aber die geistigen Fähigkeiten dauerhaft verbessert werden, ist schwer überprüfbar. Aber auf jeden Fall macht es Spaß.

Link: http://www.lumosity.com

Zur Quelle

Er ist auf der Reise
und wandert am Fluß.
Stromaufwärts führt ihn sein Gang.
Und er kennt nur ein Ziel:
er muss ganz geschwind
zur Quelle hin,
zum Ursprung, zum Sinn.

Wie lang wird die Reise wohl dauern?
Es ist gänzlich ungeschrieben.
Er weiss nur bestimmt,
die Quelle, sie muss existieren.
Denn sag mir, wo könnte denn sonst
das lebensspendende Wasser her fliessen?

Er wandert im Laufschritt
und kennt keine Rast.
Auch lockt ihn nicht die Natur.
Er wandert allein
beseelt nur vom Ziel.
Wandern bei Tag und bei Nacht.

Sein Weg ist sehr mühsam, steinig und lang.
Doch er glaubet ganz fest daran,
der Tag er wird kommen
an dem er sich labt voller Wonnen,
am Wasser der Quelle
und blicket die Sonnen.

Doch dann geschah es,
ganz plötzlich und wundersam.
Eine Wanderin kreuzte seinen Gang.
Und es scheinte als einte sie der gleiche Drang.
Von nun an wanderten sie zusamm’,
vergnügt, verspielt, geradezu langsam.
Da wurde der Weg das Ziel.

Insight: The Secret

Seit einigen Monaten macht eine in den USA initiierte Initiative Furore. Jetzt hat die Welle auch Europa und Deutschland erfasst. Hinter dem mystischen Titel “The Secret” verbirgt sich ein Film, ein Buch und weiteres Begleitmaterial.

Besucht man die Seite des Anbieters, glaubt man zunächst eine groß angelegte Werbekampagne für einen neuen Hollywood-Streifen aufgefunden zu haben. Und die Aufmachung und der Trailer versprechen uns “das Geheimnis” des Erfolgs der größten Berühmtheiten der Menschheitsgeschichte zu offenbaren. Unter anderem werden Plato, Newton, Carnegie, Beethoven, Shakespeare und Einstein als “Referenzen” für das Angebot “missbraucht”. Die Ankündigung und das Versprechen des “Secrets” könnte kaum größer sein.

Betrachtet man dann die vorgestellten Geheimrezepte, stellt sich aber möglicherweise schnell Ernüchterung ein. Ohne einen starken Glauben an spirituelle Mächte oder eine zumindest starke esoterische Affinität erscheinen die Erkenntnisse für sich gesehen eher flach.

Dieses “Secret” ist das “Law of Attraction”, also das Gesetz der Anziehungskraft.

“Thoughts become things”:
Der Kern besteht in der Annahme, dass allein durch die Kraft der Gedanken unsere Umwelt nach unseren Wünschen verändert werden kann. Es wird empfohlen seine Gedanken und Absichten auf die Dinge zu fokussieren, die wir erreichen möchten und es tunlichst zu vermeiden intensiv an Dinge zu denken, die wir vermeiden möchten. Damit sollen die Kräfte unseres Unbewussten (und wohl auch noch weitere) utilisiert werden und für uns arbeiten.

“Thoughts cause feelings”:
Auch wird konstatiert, dass positive Gefühle allein durch unsere zielgerichtete Absicht erzeugt werden und somit auch einen positiven Einfluss auch unser “Erleben” haben. Wir sollen gute Gefühle “feiern” und einfach entscheiden das es uns gut geht, und dass wir zum Beispiel einen guten Tag haben werden.

“Creative Process”:
Damit soll unser persönlicher “Flaschengeist” eingeladen werden und für uns “Wunder” vollbringen. Durch die Praktizierung eines “kreativen Prozesses” sollen wir all das Erreichen:

1. Ask (Um etwas bitten, dass wir erreichen möchten)
2. Believe (Daran glauben, dass wir es erreichen können)
3. Recieve (So tuen, als hätten wir es bereits erreicht und die entsprechenden Gefühle erzeugen)
Natürlich sollen wir aber auch dann handeln (act), wenn sich uns die gewünschten Möglichkeiten eröffnen, aber auch immer darauf achten, dass wir mit dem Universum abgeglichen (aligned) sind.

“Powerful Process”:
Der machtvolle Prozess beinhaltet, dass wir uns für positive Dinge die uns gelingen bedanken (Grateful List), aber gleichzeitig auch eine Wunschliste (Wishlist) haben. Die letztere soll dazu dienen, dass wir unser Wunschbild von der Welt visualisieren, uns vorstellen und damit vor uns und anderen auch ‘”erklären” (declare) das wir es wirklich möchten.

Schlussendlich wird auch noch empfohlen, dass wir uns selbst gut behandeln sollen, uns auf die positiven Aspekte unserer Mitmenschen fokussieren sollen und uns für ein Leben der Möglichkeiten entscheiden sollen. Denn alles ist Energie und alles ist verbunden.

Spontan fallen mir keine Gründe ein, den Empfehlungen nicht zu folgen. Auch ohne den spirituellen Aspekt ist es gut vorstellbar, dass wir Dinge mit höherer Wahrscheinlichkeit auch erreichen, wenn wir sie wirklich wollen und an den Erfolg auch wirklich glauben. Auch ein Perspektivwechsel von einem Problemdenken, hin zu einem Denken in Möglichkeiten macht auf Anhieb Sinn.

Allerdings sind alle vorgestellten Ansätze nicht neu, sondern finden sich in Psychologie-, Selbstmanagement und der esoterisch-spirituellen Literatur wider. Zum Beispiel C. G. Jung: “Archetypen”, NLP: “wellformed outcome”, Steven Covey, Lothar Seiwert, Paul Watzlawik, Ernst von Glaserfeld, Niklas Luhmann, Heinz von Förster u.a. aber auch Phänomene der “selektiven Wahrnehmung. Abgesehen davon, dass der allein heilbringende Tenor sicherlich maßlos übertrieben und amerikanisch ist.

Mehr Informationen unter: http://www.thesecret.tv



Insight: alphaskills

Mit den aplphaskills von Ruth Wenger bin ich auf eine viel versprechende Möglichkeit gestoßen Informationsverarbeitungsprozesse in Berufs- und Privatleben zu verbessern. Zu den alphaskills gehören das alphaReading, alphaListening und die alphaTimeControl.

Die wissenschaftliche Grundannahme von Ruth Wenger liegt in der Erkenntnis, dass es im Gehirn unterschiedliche „Zustände“ gibt, die sich z. B. anhand von Messungen durch ein EEG auch erkennen lassen. Es wird zwischen den folgenden Grundzuständen unterschieden:

  • Beta-Aktivität des Gehirns, besteht üblicherweise im Wachzustand des Gehirns und eröffnet Möglichkeiten des konzentrierten Denkens. Hierbei wird vor allem auf die für analytische Fähigkeiten verantwortliche linke Gehirnhälfte zugegriffen.
  • Delta-Aktivität des Gehirns besteht in traumlosen Tieftraumphasen des Gehirns
  • Theta-Aktivität repräsentiert das Traumbewusstsein und
  • Alpha-Aktivität steht für einen Wachzustand mit erhöhter Präsenz, d. h. einer ganzheitlichen Wahrnehmung und einem guten Zugang zu assoziativ-intuitiven, visuellen und musischen Verarbeitungsvorgängen der rechten Gehirnhälfte.

Alpha-Aktivität des Gehirns kann durch die Aktivierung des Alpha-Punktes gefördert werden und so zum Alpha-Zustand führen. Der Alpha-Zustand führt zu einer körperlichen Beruhigung, zu erhöhter Präsenz, klarer und wacher Wahrnehmung und mentaler Ruhe. im Gegensatz zur Informationsverarbeitung im Beta-Zustand ist Arbeiten im Alpha-Zustand weniger ermüdend und der Zugang zum Passivgedächtnis zum Abrufen von bekannten Informationen oder zum Speichern von neuen Informationen ist einfacher.

Durch eine kontinuierliche Praxis intensiviert sich der Effekt. Ähnliche Effekte können auch durch jahrelanges regelmäßiges Meditieren erreicht werden.

Der Alpha-Zustand wird durch Aktivierung des Alpha-Punktes herbeigeführt. Der Alpha-Punkt befindet sich ca. 8 bis 10 cm über dem Hinterkopf. Die Aktivierung erfolgt durch die Lenkung der inneren Aufmerksamkeit auf den Alpha-Punkt. Wurde der Alpha-Punkt einmal aktiviert, so stellt sich der Alpha-Zustand zunächst kurz mit andauernder Übung aber immer länger ein. Auch besteht die Möglichkeit bei fortschreitendem Gebrauch den Alpha-Zustand unbewusst, beim Ausüben von bestimmten Tätigkeiten (z.B. Lesen) durch somatische Anker zu aktivieren.

Entdeckt wurde der Alpha-Zustand und -Punkt in der Arbeit mit Legasthenikern, deren linkshemisphärische Verarbeitung von Sprache eingeschränkt ist. Durch die Alpha-Techniken können Legastheniker aber sozusagen unter Umgehung des Sprachzentrums visuell Lesen und somit gleiche Lesefähigkeiten wie Nicht-Legastheniker erreichen.

In der Kommunikation kann nach Aktivierung des Alpha-Punktes auch die innere Aufmerksamkeit verlagert werden und so verschiedene Repräsentationssysteme betont werden. Wird die Aufmerksamkeit auf dem Alpha-Punkt über dem Kopf belassen, so besteht ein besonders guter Zugang zu visueller Verarbeitung, wird er auf beide Schultern gelenkt, so verbessert sich die auditive Wahrnehmung, wird er schließlich auf Höhe des Brustkorbs oder Bauchs verlagert entsteht ein besonders guter Zugang auf emotional-intuitive Verarbeitungsprozesse.

Im Buch „alphaskills“ wird detailliert beschrieben, wie der Alpha-Zustand erreicht und aufrechterhalten wird, wie visuell gelesen wird (Schnelllesen), wie die Fähigkeiten des Zuhörens verbessert werden können und wie durch Einsatz der Alpha-Techniken kurze Entspannungsphasen die Leistungsfähigkeiten dauerhaft erhöhen können. Am Rande wird auch darauf eingegangen wie Strategien zur Entscheidungsfindung und Konflikt- und Problemlösung verbessert werden können.

Die vorgestellten Techniken konnte ich schnell erlernen. Auch haben sich die beschriebenen positiven Effekte entsprechend eingestellt. Ich habe auch festegestellt, dass die Techniken nicht nur zur Verbesserung der Wahrnehmung dienen können, sondern auch den Prozess der Erinnerung und Kreativität unterstützen können. Durch Verlagerung auf bestimmte Repräsentationssysteme kann wohl auch die Sprachfertigkeit gelenkt werden. Ich glaube, dass über das vorgestellte Maß hinaus im Alpha-Zustand noch weitere Potentiale stecken könnten.

Mehr Informationen unter: http://www.alphaskills.ch



Leben

aufrechtgehen,
denken,
missverstehen,
lenken,
allesfressen,
alles messen,
zurückschauen,
ackerbauen,
überleben,
nach höherem streben,
gehen,
auferstehen.
-
ich bin so gut,
mache alles caputh.

Spontan dichten

Immer wieder, wenn mich die Muse küßt, lasse ich mich verleiten und dichte spontan ein paar Zeilen. Auch dafür soll hier Platz sein. Hierbei geht es weniger um die Perfektion, als darum den Zauber des Augenblicks festzuhalten.

Introduktion

Liebe Netzgemeinde,
einige “Auserwählte” hatten bereits des Vergnügen mich irgendwo in den Weiten des World Wide Web kennenzulernen. Für alle denen dieses Glück ;-) bisher nicht zu Teil wurde, will ich ein paar wesentliche Informationen an dieser Stelle preisgeben.

Im übrigen würde ich mich natürlich freuen, über dieses Medium mit vielen interessanten Cybernauten in Kontakt und regen Austausch zu treten.

Die “harten” Fakten sind:

Ich habe vor kurzem mein 30. Lebensjahr vollendet. Allerdings messe ich dem Alter keine grosse Bedeutung zu und würde mich daher auch besonders freuen mit Leuten die deutlich älter oder jünger als ich sind in Kontakt zu treten.

Ich lebe seit einigen Jahren in Frankfurt. Und ich muß schon sagen, daß mir die Stadt mittlerweile ziemlich ans Herz gewachsen ist. Also Frankfurter/innen und Bürger des Rhein-Main-Gebietes, Ihr seid herzlich eingeladen.

Mein beruflicher Hintergund ist ein BWL-Studium und eine anschliessende Tätigkeit in den Bereichen Software- und Consulting-Sales, sowie Business Development. Ich muß zugeben, daß ich in den letzten Jahren einen sehr großen Teil meiner Lebenszeit damit verbracht habe, diesen Tätigkeiten nachzukommen. Also ist ein Austausch mit Zeitgenossen die für sich das gleiche Schicksal erwählt haben ebenfalls willkommen.

Naja, und dann gibt es natürlich noch die Freizeit. Ich interessiere mich für Literatur, Philosophie, Kultur, Poesie, Musik, Technologie-Aktien und jede Form von Kommunikation. Ausserdem interessieren mich auch so abgefahrene Dinge wie Spieltheorie, Kybernetik, Systemtheorie, Evolutionstheorie usw. Wenn einer unter Euch ist, der dies teilt, sollte er/sie sich also dringend melden.

Soviel für den Moment.

P.S. Ich habe diesen Blog Ende 2005 begonnen und jetzt zum zweiten mal umgezogen. Daher stimmen die Datumsangaben der ersten Posts nicht mehr.